Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Viele legen im Frühjahr los, dabei ist der Spätsommer die deutlich bessere Zeit. Der Grund ist einfach: Gras keimt, wenn der Boden dauerhaft über 10 °C warm ist – und im August ist er das noch locker, während gleichzeitig die Nächte kühler und feuchter werden. Genau die Kombination mag junges Gras.
Der zweite Vorteil: Im Frühjahr keimt das Unkraut gleich mit und macht der jungen Saat Konkurrenz. Im Spätsommer hat sie deutlich mehr Ruhe zum Anwachsen.
- Ideal: Mitte August bis Mitte/Ende September
- Noch machbar: Anfang Oktober, wenn es mild bleibt
- Zu spät: ab etwa Mitte Oktober – bis zum Frost wird das Gras nicht mehr kräftig genug
Ein Blick auf die Wettervorhersage lohnt sich: Ein paar bedeckte, leicht regnerische Tage nach der Aussaat ersparen dir viel Gießarbeit.
Schritt für Schritt: So gehst du vor
Stell den Mäher auf etwa 3 cm runter. Kurzes Gras lässt Licht an den Boden – und junge Keimlinge brauchen genau das.
Filz und abgestorbene Halme müssen weg, sonst kommt die Saat nie bis auf die Erde. Bei kleinen Flächen reicht ein Rechen, bei größeren lohnt ein Vertikutierer.
Verdichteten Boden an den kahlen Flächen ein paar Zentimeter tief aufkratzen. Wo der Boden hart wie Beton ist, wächst nichts an.
Rechne mit etwa 20–25 g pro m² beim Nachsäen. Gleichmäßig verteilen – lieber zweimal über die Fläche gehen, einmal längs, einmal quer.
Rasensamen sind Lichtkeimer: Sie dürfen nur leicht angedrückt werden, nicht mit Erde bedeckt. Eine Walze ist ideal, ein Brett unter den Füßen tut es auch.
Die ersten 2–3 Wochen darf die Fläche nie komplett abtrocknen. Lieber täglich kurz wässern als einmal ausgiebig. Genau hier scheitern die meisten Nachsaaten.
Was danach wichtig ist
Nicht zu früh betreten
Junge Halme sind empfindlich. Halte die Fläche zwei bis drei Wochen möglichst frei – auch von Hund und Katze, so gut es geht.
Der erste Schnitt
Erst mähen, wenn das neue Gras etwa 8–10 cm hoch steht, und dann nur die Spitzen kappen. Der Mäher sollte scharfe Messer haben, sonst reißt er die jungen Pflanzen aus dem Boden.
Mähroboter erst später wieder loslassen
Ein Mähroboter fährt sonst über die Keimlinge, bevor sie fest verwurzelt sind. Sperre die nachgesäte Fläche für drei bis vier Wochen aus – bei modernen GPS-Modellen geht das bequem per App.
Und der letzte Schnitt vor dem Winter?
Wer im Spätsommer nachsät, stellt sich die Frage meist gleich mit. Kurz gesagt: Der letzte Schnitt liegt in der Regel Ende Oktober bis Mitte November – immer abhängig davon, wie lange das Gras noch wächst.
- Schnitthöhe: etwa 4–5 cm. Zu kurz geschnittener Rasen ist anfälliger für Frost, zu langer neigt unter Schnee zu Pilzbefall.
- Nur bei trockenem Wetter mähen – nasses Gras wird gequetscht statt geschnitten.
- Laub vorher runter: Blätter, die den Winter über liegen bleiben, ersticken die Grasnarbe.
Bei einer frischen Nachsaat gilt: Wenn das neue Gras bis dahin noch nicht die 8 cm erreicht hat, lass es lieber stehen und mähe erst im Frühjahr.
📌 Häufige Fragen
Unser Tipp
Kombiniere Nachsaat und Herbstdüngung nicht am selben Tag. Dünge etwa zwei Wochen nach der Aussaat mit einem kalibetonten Herbstdünger – der stärkt die Halme für den Winter, ohne die frischen Keimlinge zu überfordern.