Warum wird das Wasser überhaupt grün?
Kurze Entwarnung vorab: Dein Pool ist nicht kaputt und du hast auch nichts grundlegend falsch gemacht. Grünes Wasser hat fast immer einen einzigen Übeltäter – Algen. Die winzigen Sporen sind ständig unterwegs, über die Luft, mit dem Regen, an der Badehose oder am Spielzeug, und landen früh oder spät in jedem Pool. Das ist normal. Problematisch wird es erst, wenn sie sich ungestört vermehren können, und dafür gibt es meist drei Gründe:
- Zu wenig Chlor: Chlor ist der Türsteher, der Algen und Bakterien draußen hält. Sackt der Wert unter 1 mg/l, machen die Algen die Party – und bei Hitze reichen dafür schon ein, zwei Tage.
- Falscher pH-Wert: Klettert der pH-Wert über 7,6, wird selbst vorhandenes Chlor ziemlich wirkungslos. Du kannst also genug Chlor drin haben und trotzdem Ärger bekommen.
- Zu wenig Umwälzung: Steht das Wasser zu lange still, setzen sich Algensporen gemütlich ab und vermehren sich in aller Ruhe – gerne in Ecken, an der Leiter oder am Boden.
Und ja, die Sonne trägt ihren Teil bei: Ab etwa 25°C Wassertemperatur und bei viel UV-Licht geht das Algenwachstum richtig los. Deshalb kippt so mancher Pool ausgerechnet in der schönsten Hitzewelle innerhalb weniger Tage.
So bleibt dein Pool von vornherein klar
1. Regelmäßig checken, nicht nur wenn's schon komisch aussieht
Ein Teststreifen oder ein digitaler Wassertester kostet dich zwei Minuten – mach das lieber zwei- bis dreimal pro Woche zur Routine, statt erst zu reagieren, wenn's schon zu spät ist. Zielwerte: pH zwischen 7,2 und 7,6, Chlor zwischen 1 und 3 mg/l.
2. Chlor nicht vergessen nachzufüllen
Dein Pool frisst ständig Chlor auf – durch Sonne, durch Badende, durch ganz normale Verschmutzung. Chlor-Tabs im Skimmer lösen sich langsam auf und halten den Pegel automatisch oben, ohne dass du jeden Tag dran denken musst.
3. Die Pumpe arbeiten lassen
Faustregel: Das gesamte Wasser sollte alle 4-6 Stunden einmal komplett durch den Filter gelaufen sein. Bei einem 10.000-Liter-Pool mit Standardpumpe heißt das meist 6-10 Stunden Laufzeit am Tag, ruhig über mehrere Blöcke verteilt.
4. Eine Abdeckung spart dir eine Menge Ärger
Eine Poolplane hält nicht nur Verdunstung in Schach, sondern auch Laub, Insekten und direktes Sonnenlicht draußen – alles Dinge, die Algen lieben.
Zu spät, das Wasser ist schon grün – und jetzt?
Erstmal durchatmen. Das lässt sich so gut wie immer retten, du musst nur ein paar Schritte in der richtigen Reihenfolge abarbeiten:
- Schritt 1 – Stoßchlorung: Gib die 3- bis 5-fache Menge deiner normalen Chlordosis ins Wasser (auch "Schocken" genannt). Mach das abends, sonst frisst die Sonne dir das Chlor gleich wieder weg.
- Schritt 2 – pH-Wert einstellen: Bring den pH-Wert auf 7,2–7,4, bevor du weiter chlorst – sonst verpufft die ganze Mühe wirkungslos.
- Schritt 3 – Pumpe durchlaufen lassen: 24-48 Stunden ohne Pause, damit die toten Algen auch wirklich rausgefiltert werden und nicht einfach wieder absacken.
- Schritt 4 – Absaugen: Was am Boden liegt, holt die Pumpe allein nicht raus. Ein Bodensauger übernimmt den Rest und beschleunigt die Sache spürbar.
- Schritt 5 – Flockungsmittel, falls nötig: Bleibt das Wasser trotzdem trüb, bindet ein Flockungsmittel die letzten Schwebeteilchen, damit der Filter sie packt.
Normalerweise ist nach 24-72 Stunden wieder Ruhe im Wasser. Bei einem richtig hartnäckigen Fall kann's auch mal 4-5 Tage dauern – wichtig ist nur, in der Zeit dranzubleiben: weiter filtern, Chlorwert nicht absacken lassen.
📌 Häufige Fragen
Unser Tipp
Hol dir einen Kombi-Wassertester, der pH und Chlor auf einen Blick zeigt – die Kontrolle dauert dann nur ein paar Sekunden, und genau deshalb vergisst man sie auch seltener. Was sich sonst noch lohnt, steht in unserem Pool-Zubehör Test.